Unser Hochzeitstag steht für pure Romantik



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Ein unvergessliches Ereignis: Mein Hochzeitstag!

Schon als kleines Mädchen habe ich davon geträumt, dass ich eines Tages heiraten werde und fieberte so dem Hochzeitstag entgegen. Die Vorstellung als „Prinzessin der Neuzeit“ von einem Prinzen erobert und anschließend zum Altar geführt zu werden beflügelte mich seit meiner Kindheit. Warum sonst hätte ich bereits mit 8 Jahren die Schuhe meiner Mama angezogen und meine Lippen mit einem knallroten Lippenstift, den ich in der Schublade in unserem Badezimmer gefunden hatte, sprichwörtlich angemalt. Selbstverständlich nicht, wie das vielleicht bei manchen Teenager heutzutage der Fall ist, um damit diverse Freundinnen in der Schule zu beeindrucken. Nein, ich habe mich damals geschminkt und Make-Up aufgetragen, weil ich in meiner kindlichen Fantasie fest daran glaubte, eines Tages von einem Ritter oder Prinz erobert zu werden.


Das mag für viele heutzutage lächerlich klingen, aber ich glaubte auch mit 8 Jahren noch an das Christkind. Ich gebe zu, an den Osterhasen habe ich nie so richtig geglaubt, aber warum hätte ich an dem Christkind zweifeln sollen, ich hatte es höchstpersönlich am 24. Dezember gesehen. Unser Zimmer, mit dem von meinem Vater liebevoll aufgeputzten Weihnachtsbaum und den Geschenken, war bis zur Bescherung an diesem besonderen Tag immer verschlossen. Im Alter von 6 Jahren erhaschte ich einen Blick durch das Schlüsselloch vor lauter Neugierde, und sah das Christkind hell erleuchtet wie es Geschenke unter dem Christbaum legte. Was für ein Ereignis!

Als ich mit 17 Jahren meinen ersten richtigen Freund hatte und dieser mich mit meiner damals besten Freundin betrog, zerstörte das nicht nur meine Illusion vom ehrbaren Ritter der mich später einmal zum Altar führen hätte sollen um mit ihm gemeinsam meinen Hochzeitstag zu feiern, sondern auch mein Grund-Vertrauen in Freundschaft. Erst viele Jahre später, war es mir möglich Menschen so nah an mich heranzulassen, um ihnen wieder soviel Vertrauen zu schenken, damit sie mich enttäuschen hätten können. Mittlerweile pflege ich diese Freundschaften seit über zwanzig Jahren und wurde nicht mehr so enttäuscht wie damals im Alter von 17 Jahren. Man muss sich seine Freunde wirklich gut aussuchen, das kann man anscheinend nicht früh genug lernen.



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Romantik-pur: der Hochzeits-Antrag und die Hochzeit mit allem drum und dran

Mit 25 lernte ich meinen Ehemann (der langersehnte Prinz aus meiner Kindheit) kennen. Er heiratete mich genau 3 Jahre später in einer wunderschönen prunkvollen Kirche. Den Hochzeits-Antrag machte er mir in einem schicken französischen Restaurant. An diesen romantischen Moment denke ich jedes Jahr, an unserem jährlichen Hochzeitstag. Zu meiner Hochzeit selbst trug ich ein cremefarbenes Hochzeitskleid mit Spitzen und einer langen Schleppe. Beim berühmten „Ja!“ Wort und Treueschwur, musste ich vor lauter Glück und Freude weinen. Auch mein Ehemann hatte Tränen in den Augen, als er mir den Ehering an meinen Ringfinger steckte. Nach den üblichen Hochzeits-Fotos mit dem Fotografen und einer Agape für unsere eher flüchtigen Bekannten, ging es traditionell mit Auto-Kolone und Hup-Konzert zum bereits angemieteten Gasthaus.


Die von uns bestellte Band schaffte es mit ihrer Musik gleichzeitig „Jung und Alt“ anzusprechen. Wer bereits auf unterschiedlichen Hochzeiten war, wird mir Recht geben, dass diese Gratwanderung nicht immer perfekt funktioniert. Um die Hochzeits-Gesellschaft aufzulockern wurden viele tolle Spiele veranstaltet. Dazu gehörte natürlich der Eröffnungs-Walzer, das Abtanzen des Brautschleiers, sowie den wunderschön arrangierten Brautstrauß zu fangen. Die Entführung der Braut durch den Trauzeugen haben wir absichtlich ausgelassen. Für diese Hochzeits-Tradition konnte ich mich noch nie so wirklich erwärmen. Nach Mitternacht wurde unsere Hochzeit ruhiger und besinnlicher. Für alle Hochzeitsgäste gab es ein „Original ungarisches Kessel-Gulasch“. Ich habe nie wieder in meinem Leben ein besseres Gulasch gegessen als damals auf unserer Hochzeit. Zum Ende hin haben wir wie üblich beim Verabschieden, die Hochzeitstorte auf unsere Gäste aufgeteilt. Es wäre unmöglich gewesen dieses Kunstwerk an Hochzeits-Torte mit vier Stockwerken direkt bei der Hochzeit aufzuessen. Ewig schade drum, die Torte verkommen zu lassen. Als frischvermähltes Paar hat mich mein Mann zu Hause auch über die Schwelle getragen, so wie es sich gehört als Ritter. Was danach geschah? Über so etwas spricht keine frischvermählte Dame!



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Der Hochzeitstag: alle Jahre kommt er wieder und wir freuen uns riesig darauf

Zu unserem jährlichen Hochzeitstag beschenkt mich mein Mann mit roten Rosen. Jedes Jahr freuen wir uns gemeinsam auf diesen einen Tag, denn wenn beide Partner voll Berufstätig sind und sich beide tagtäglich um zwei wundervolle Kinder bemühen und sorgen, dann ist es nicht egoistisch zu sagen, dass dieser eine „Tag der Tage“ nur uns beiden gehört. Ich kann getrost sagen und da spreche ich auch für meinen Ehemann, dass neben der Geburt unserer beiden Töchter, die Hochzeit der schönste Tag in unserem Leben war. Gerade deshalb feiern wir so gerne gemeinsam unseren Hochzeitstag!

Ich hoffe meine Geschichte über Liebe, Freude, Vertrauen, Freundschaft und Hochzeit konnten Sie inspirieren. Sie stecken wahrscheinlich gerade mitten in den Vorbereitungsarbeiten zu Ihrer eigenen Hochzeit. Natürlich ist diese Phase sehr anstrengend, aber bei einer gut geplanten Vorbereitung, kann im Prinzip bei der Hochzeit selbst, fast nichts mehr schiefgehen. Gerade deshalb, nimmt man im Vorfeld, viel Stress in Kauf. Ich verspreche Ihnen, spätestens am Morgen danach, wenn Sie zusammen mit Ihrem Frischvermählten aufwachen und den Ehering mit großen Augen bestaunen, ist der Moment gekommen wo Sie mit solch einer positiven Energie durchflutet werden, dass Sie ihr Glück gar nicht richtig fassen und beschreiben können.

Viel Glück für Ihre bevorstehende Hochzeit, einer gemeinsamen Zukunft danach, und dass das gegebene Eheversprechen vor all den Verwandten in der Kirche oder im Magistrat für immer halten möge. Lang Lebe Ihre Hochzeit und der darauffolgende Hochzeitstag!